Girokonto überziehen

Wer kennt das nicht: Es ist noch reichlich Monat übrig, nur nicht mehr genug Geld auf dem Bankkonto. Und jetzt steht auch noch das Bezahlen einer höheren Rechnung an!

Hier ist es von Vorteil, wenn Sie die Möglichkeit haben, Ihr Girokonto zu überziehen.

Das Girokonto überziehen bedeutet, dass Ihre Bank Ihnen einen Dispo-Kredit gewährt. So können Sie über zusätzliche finanzielle Mittel verfügen.

Nach vorheriger und geprüfter Bonität haben Sie die Möglichkeit, nach Absprache mit Ihrer Bank, Ihr Girokonto zu überziehen. Bei einem auf ausschließlich Guthabenbasis geführten Girokonto ist eine Überziehung nicht möglich, da dieses nur auf Guthabenbasis (Basiskonto) geführt wird.

Hier benötigen Sie ein Girokonto, das sich in ein Kontokorrentkonto modifizieren lässt.

Beim Girokonto-Überziehen müssen Sie jedoch vielerlei Dinge beachten. Beispielsweise wie die Möglichkeit eines Dispositionskredites und ebenfalls die dafür anfallenden Dispozinsen.

Worauf muss ich achten, wenn ich mein Girokonto überziehe?

Für die Überziehung Ihres Girokontos ist vor allem entscheidend:

  1. Ihre persönliche Bonität,
  2. ein regelmäßiger Geldeingang sowie
  3. kein negativer SCHUFA-Eintrag.

Diese Faktoren entscheiden nicht nur, ob Ihnen ein Dispositionskredit gewährt werden kann, sondern auch in welcher Höhe.

Vor allem sollten Sie darauf achten, dass Sie Ihr Girokonto nicht regelmäßig überziehen, sondern lediglich, wenn es unabdingbar ist. Andernfalls können Sie schnell in eine Art Abhängigkeit fallen und den Dispositionskredit ständig in Anspruch nehmen. Hier besteht die Gefahr einer Verschuldung.

Der Dispokredit sollte von Ihnen innerhalb von 2 bis 3 Monaten problemlos zurückzubezahlen sein. Grundsätzlich richtet sich dieser daher nach der Höhe Ihres Einkommens.

Weiterhin sollten die Dispozinsen beachtet werden. Diese können – je nach Kreditinstitut – zwischen 4,9 und 14,25 % liegen (Stand 2018). Dieser Betrag, der aus den Dispozinsen resultiert, muss natürlich auch an die Bank zurückgezahlt werden.

Aufgrund der Höhe der Dispozinsen ist bei der Abtragung des Dispokredites manchmal auch eine Umschuldung in Form einer fest vereinbarten Ratenzahlung sinnvoll. Der Dispokredit kann jedoch auch durch Sonderzahlungen zurückgezahlt werden.

Ein vorheriger Vergleich bzw. die Information, wie hoch die Dispozinsen bei Ihrer Bank sind, ist sinnvoll. Zudem ist es so, dass viele Banken eine günstige bis kostenfreie Kontoführung anbietet, bei den Dispositionszinsen jedoch viel teurer sind.

Welche Direktbank hat niedrige Dispozinsen?

Die Dispozinsen können sich nicht nur von Bank zu Bank unterscheiden, sondern hängen auch davon ab, was für ein Kontomodell Sie beim jeweiligen Kreditinstitut haben.

Wenn Sie also häufiger Ihren Dispositionskredit in Anspruch nehmen (müssen), ist es sinnvoll darauf zu achten, dass Ihre Bank „günstige Dispozinsen“ anbietet. Einige Banken bieten bei der Eröffnung eines Girokontos direkt die Möglichkeit eines Dispositionskredites mit an. Hier gelangen Sie zu einem Girokonto-Vergleich.

Der Zinssatz für den Dispozins, richtet sich nach den aktuellen Marktzinsen und kann dementsprechend unterschiedlich hoch oder niedrig sein.

Manche Banken bieten immer noch 12 % und mehr an Dispozinsen. Der Durchschnitt der Dispozinsen liegt bei 10,65 %.

Die niedrigsten Dispozinsen fallen bei der Fidor Bank AG (Direktbank) an und liegen bei 5,99 %. Dicht gefolgt von einer weiteren Direktbank, der comdirect mit 6,50 %. Auch die ING liegt mit 6,99 % noch im unteren/mittleren Bereich der Dispozinsen. (Stand 2020)

Hier finden Sie noch einen anschaulichen Beitrag über hohe Dispozinsen:

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